Salammbô

Das Gemälde wurde in stark beschädigtem Zustand in den Depots des Stadtmuseums gefunden. Es galt als verloren und wurde aber während des Krieges in den Depots der Neuen Pinakothek verwahrt. Es entstanden gravierende Schäden am Bildträger: Das Bild ist längs durchgeschnitten, ein großer Leinwandverlust am rechten Bildrand sowie zahlreich Knickfalten und Malschichtverluste. Das Gemälde war bis zuletzt nicht aufgespannt.

Für die Ausstellung „Jugendstil Skurril“ 2019 im Stadtmuseum München wurde es restauriert. Es gehört zur Phase der symbolistischen Salonmalerei des Künstlers. Die Darstellung „Salammbô“ beruht auf einem gleichnamigen Roman Gustave Flauberts, in dem die rituelle Liebkosung der Tochter Hannibals (angelehnt an eine Sage aus dem 1. punischen Krieg) mit einer Schlange beschrieben wurde. Ziel der Restaurierung war eine konservatorische Behandlung des Gemäldes ohne die Zeitspuren unkenntlich zu machen. Daher wurde auch der fehlende Bildteil am rechten Rand nicht ergänzt. Zudem sind die Risse noch in der Oberfläche sichtbar, allerdings ohne sich optisch in den Vordergrund zu drängen. Aufgrund der starken Zerstörung wurde der fragmentierte Bildträger mit der Methode des sogenannten „mist lining“ auf einen neuen Bildträger übertragen, um präsentiert werden zu können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Doublierungsmethoden wird beim „mist lining“ weder Druck noch Wärme auf den originalen Bildträger und die Malschicht ausgeübt. Die Anhaftung auf dem neuen Gewebe ist reversibel, sie kann rückstandsfrei entfernt werden.

Vorzustand

Vorzustand

Nachzustand

Vorzstand

Nachzustand