„Vertreibung der gefallenen Engel durch den Erzengel Michael“

Das großformatige Hauptaltargemälde aus der Abteikirche St. Michael in Metten zählt zu den bedeutenden Gemälden der bayerischen Barockkunst. Im Zuge der Gesamtsanierung der Kirche wurde auch das Gemälde restauriert. Es war wurde durch langjährige ungünstige Klimabedingungen erheblich beschädigt. Ziel der 2015 durchgeführten Maßnahmen war neben restauratorischen Maßnahmen daher auch die Verbesserung der Umgebungsbedingungen für das Gemälde.

Die Hochaltararchitektur befindet sich seit 1646 im ursprünglichen Chorraum der Kirche und trennt dort mit seiner Holzkonstruktion den Mönchschor ab. Da keine dichte Wandkonstruktion hinter dem Gemälde eingezogen wurde, fand der Luftaustausch zwischen Mönchschor und Kirchenraum durch die offene Leinwandstruktur des Gemäldes statt. Jeder Luftzug in der Kirche verursachte eine starke Bewegung des Gemäldes, welches dadurch erheblichen Schaden nahm:

Es hatte sich eine engmaschiges Krakeleenetz mit aufstehenden Schollenrändern ausgebildet. Die Oberfläche war sehr stark verschmutzt. Querstreben des Spannrahmens waren gebrochen, die Leinwandspannung war zu schwach geworden und durch Risse und Löcher beschädigt. Zahlreiche verfärbte Übermalungen störten das Erscheinungsbild zudem.

Ziel der Maßnahmen am Bild war in erster Linie die Erhaltung des konservatorischen Zustandes. Tiefgreifende ästhetische Maßnahmen wie Firnisabnahme oder Abnahme von Übermalungen gehörten nicht zum Restaurierungskonzept.

Bei der jetzigen Restaurierung wurde die Malschicht gefestigt und gereinigt, aufstehende Krakeleeränder planiert. Die Leinwandspannung wurde durch partielles Neuaufspannen der Bildränder verbessert. Risse wurden geschlossen und verfärbte Retuschen farblich integriert. Das Gemälde wurde durch eine Rückseitenhinterspannung stabilisiert. Die Bretterwand hinter dem Gemälde, zwischen Mönchschor und Kirche, wurde repariert und mit einem atmungsaktiven synthetischen und alterungsbeständigen Flies abgedichtet, sodass der Luftaustausch nun nicht mehr durch den Bildträger stattfinden kann.

Vorzustand

Nachzustand