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Diana, Ceres und Imperator

Datierung: 1772, Maße: 259 x 146 x 69 cm, Künstler: Johann Baptist Straub

Die überlebensgroßen Skulpturen stammen aus dem Figurenzyklus monumentaler Götterstatuen aus dem Palais Toerring, der sich heute im Bayerischen Nationalmuseum befindet. Die Figur der Diana war zuletzt im Treppenhaus ausgestellt und befindet sich seit 2015 in der neuen Barockabteilung. Die beiden Figuren „Ceres“ und „Imperator“ stehen seit 1919 im Treppenhaus des Nationalmuseums. Zur Vorbereitung auf die neue Barockabteilung des BNM wurde diese Skulpturen konserviert, gereinigt und von einigen alten Retuschen befreit. Im restaurierten Zustand zeigen die Fassungen wieder ein homogenes Erscheinungsbild.

Diana Zwischenzustand

Diana Nachzustand

Diana Vorzustand

Diana Nachzustand

Graf Ignaz Felix von Toerring Jettenbach ließ Mitte des 18. Jahrhunderts im Herzen von München ein feudales Rokoko-Palais errichten. Das Gebäude wurde 1834 an die Oberpostdirektion verkauft und war seither als Residenzpost bekannt. Im Jahr 1944 wurde das Palais durch einen Bombenangriff zerstört.

Für das prächtige Treppenhaus schuf Johann Baptist Straub um 1772 einen Figurenzyklus von 9 überlebensgroßen, weißgefassten antiken Götterfiguren. Sie gelten als das letzte große Alterswerk Straubs.

Die Skulpturen wurden jeweils aus zahlreichen Holzstücken zusammengefügt, innen gehöhlt und mit Rückenbrettern verschlossen. Straub ist hier sehr rational und routiniert vorgegangen. Die meisterhafte Ausarbeitung ist detailreich und von hoher Stofflichkeit.

Die Skulpturen wurden insgesamt dreimal mit jeweils monochromen, materialimitierenden Fassungen versehen.

Die Originalfassung war eine marmorimitierende Polierweißfassung auf einer ocker-grauen Grundierung. Die Fassung ist nicht wasserlöslich und sehr fein gearbeitet. Farbige Absetzungen, wie etwa Vergoldungen, sind nicht belegt.

Die erste Überfassung war eine hellgrau-gelbliche Steinimitation, auf grauer Grundierung. Die zweite Überfassung eine ohne Grundierung aufgetragene Bronzeimitation. Diese ist bei drei Figuren die heutige Sichtfassung.

1919 kamen zwei der Figuren - Ceres und Imperator - ins Bayerische Nationalmuseum. Sie stehen seither dort in zwei Nischen im Treppenhaus.

Die anderen sieben Figuren wurden bei der Zerstörung des Palais teils erheblich beschädigt und infolgedessen 1946 in die Obhut des Nationalmuseums gegeben. Die Skulptur der Venus wurde damals als zu stark beschädigt angesehen und ins Depot gegeben.

Die anderen Figuren wurden in den Jahren ab 1948 restauriert. Bei der Restaurierung der Holzsubstanz ging man behutsam vor. Es wurden stabilisierende Maßnahmen ergriffen und Abgebrochenes verleimt, aber wegen der hohen künstlerischen Qualität verzichtete man ausdrücklich auf bildhauerische Ergänzungen.

Die Fassungen wurden bei sechs Figuren auf die Grundierung der Erstfassung freigelegt, die man als „künstlerisch sehr schön“ bezeichnete (Brief an die Oberpostdirektion). Die Überfassungen wurden als unschön empfunden, die originale Weißfassung war aber offenbar zu instabil, um sie zu erhalten. Warum drei der Figuren (Diana, Jupiter und Venus) ihre Überfassungen dennoch behielten ist nicht dokumentiert.

Heute stehen Ceres und Imperator weiterhin im Treppenhaus. Minerva, Mars, Kybele, Diana, Jupiter und Hebe sind in den neuen Barockräumen präsentiert. Die Venus befindet sich im Depot.

Diana Vorzustand

Ceres Vorzustand

Diana Nachzustand

Ceres Nachzustand

In Vorbereitung auf die Einrichtung der neuen Barockräume wurden die Skulpturen Diana, Ceres und Imperator einer konservierenden Pflegemaßnahme unterzogen.

Diana gehört zu den Figuren mit bronzeimitierender Fassung. Sie war konservatorisch in keinem guten Zustand. Es hatten sich Risse im Holz und Fassungsablösungen gebildet, die Oberfläche war verschmutzt. Die Fugen der Holzreparaturen wurden 1948 teils großflächig überkittet und retuschiert, diese Retuschen waren verfärbt und matt.

Ceres und Imperator zählen zu den Figuren mit freigelegter Erstgrundierung. Da sie seit 1919 im BNM stehen, sind sie von den Kriegsschäden verschont geblieben. Der Bildträger ist dementsprechend weitgehend intakt, auch die Fassung ist in einem konservatorisch guten Zustand. Störend waren lediglich die starke Verschmutzung und einige alte verfärbte Retuschen.

Zu den ausgeführten Maßnahmen gehörten Fassungsfestigung, Oberflächenreinigung, Abnahme alter Retuschen (wässrig), Reduzierung der alten Kittungen, sparsame Kittung und Retusche und eine Matt-Glanz- Ausgleich.

Literatur:

Sophie Eichner: Ein Skulpturenzyklus von Johann Baptist Straub - Neun antike Gottheiten aus dem Treppenhaus des ehem. Palais Toerring in München. Diplomarbeit am Lehrstuhl für Restaurierung.

Imperator Vorzustand

Imperator Nachzustand

Arm fehlt auf Foto